60 Jahre Kirche in Arnbach – viele feierten mit

Der Vorsitzende des Kirchengemeinderates Günter Großmann begrüßte die vielen Gäste zum Festgottesdienst, unter anderem den ehemaligen Vikar Wolfgang Miehlich (1963-1965) und die Ehefrau des ersten ständigen Pfarrers (1970-1981) Lore Krauss, Bürgermeister Horst Martin, die erste Braut (8.5.1955) und den ersten Täufling (2.7.1955) in der einst neu eingeweihten Kirche.

Er erklärte, dass das Jubiläumfest erst jetzt im Oktober stattfinden konnte, weil zum passenden Datum in Arnbach in diesem Jahr goldene Konfirmation gefeiert wurde. Nun aber konnte in einem festlichen Gottesdienst - mitgestaltet vom verstärkten Flötenkreis, dem Frauensingkreis und den Chören des Sängerbundes - der Geburtstag des markanten, achteckigen Kirchengebäudes angemessen begangen werden. So war das Fest auch Anlass, dass für die Kirche ein neuer Altar- und Kanzelbehang gefertigt wurden (entworfen von der Künstlerin Angela Garner aus Mainz und hergestellt in der Werkstatt für Textiles und Paramentik, Knotenpunkt, in Backnang). Ein erstes Mal zeigten die neuen roten Paramente sich den Blicken der Gottesdienstbesucher, für Pfarrer Winfried Gruhler Anstoß, über das Thema: Glaube & Leidenschaft zu predigen.

Eine besondere Überraschung war der Besuch von Doktor Martinus Luther (gespielt von Raven Girrbach) Mitten im Gottesdienst. Mit Gedanken, wie er sie im 16 Jahrhundert formuliert hatte, ermahnte Luther die Christen in Arnbach ihre Kirche zu nützen und als „ganzer Haufe beieinander zu sein, denn daselb will Christus auch gegenwertig sein.“ Er lobte die Kirchenmusik, wunderte sich, dass nach bald 500 Jahren noch 30 seiner Lieder im Gesangbuch verzeichnet sind, und wehrte dem Kult um seine Person: „Was? Lutherstraße, Lutherlinde, … ? Doktor Martinus Luther ist ein Bettler. Das ist wahr!“

Anlässlich des Jubiläums gibt die Kirchengemeinde einen Kalender für 2016 mit historischen und aktuellen Bildern der Arnbacher Kirche heraus, der käuflich im Pfarramt und nach Gottesdiensten erhältlich ist. 1985 erhielt die auffällige Kirche vom damaligen Dekan Zeeb den Namen "Lutherkirche".

Beim gemeinsamen Mittagessen, das von vielen Gemeindemitgliedern gerne in Anspruch genommen wurde, grüßte Dekan Joachim Botzenhardt die Arnbacher und überbrachte unter anderem eine Spielfigur „Martin Luther“ für die Gemeinde. Er griff damit auf, was im Jubiläumsgottesdienst schon ausführlich thematisiert wurde: Lutherlieder, die gesungen wurden; der Katechismus von Luther, der vielen Älteren noch bekannt ist; und die Sprechspielszene, bei der Luther den Arnbacher ins Stammbuch schrieb, wozu eine Kirche gut ist: „…dass darin nichts anderes geschehe, als dass unser lieber Herr selbst mit uns rede durch sein heiliges Wort und wir umgekehrt mit ihm reden durch unser Gebet und Lobgesang.“