Familie Maisenbacher lässt grüßen

Gemeindeausflug ins geschichtsträchtige Freudental

Am Montag, 27. April war es endlich soweit. Bei herrlichem Sonnenschein starteten die Ausflügler um 12.30 Uhr in Niebelsbach und fuhren weiter mit dem Bus nach Arnbach und Neuenbürg, um dort noch weitere Teilnehmer aufzunehmen. Die Fahrt führte weiter nach Bauschlott, Bretten, vorbei an hügeligen Landschaften, satten Wiesen und blühenden Bäumen. In Freudental angekommen, wurde die Reisegesellschaft von Pfarrer Traugott Maisenbacher und dessen Frau Yvonne erwartet. Nach herzlicher Begrüßung ging es zur ehemaligen Synagoge, dort ist jetzt ein Pädagogisches Centrum entstanden. Die Leiterin, Frau Barbara Schüßler, berichtete, dass bereits Mitte des 16. Jahrhunderts sechs jüdische Familien in Freudental lebten. Durch einen Schutzbrief der Reichsgräfin Christina Wilhelmina von Grävenitz eröffnete sie den jüdischen Einwohnern eine sichere Zukunftsperspektive. Da die Juden kein Land erwerben und keine handwerklichen Berufe erlernen durften, haben sie sich aufs Handeln beschränkt. Im Jahre 1770 wurde die Synagoge in Freudental erbaut. Im 19. Jahrhundert galt Freudental als Mittelpunkt der Juden im Württembergischen Unterland und war Sitz eines Rabbinats. Die höchste Zahl jüdischer Bürger mit 377 zählte man im Jahr 1862, dies war die Hälfte der Dorfbewohner. Danach begann die Aus- und Abwanderung. Das Rabbinat wurde 1913 aufgelöst. Nach der Schändung der Synagoge in der Zeit des Nationalsozialismus ging die Zahl der jüdischen Einwohner weiter stark zurück, die noch verbliebenen 30 Freudentaler Juden wurden deportiert und ermordet.

Nach so viel Geschichte gab es Kuchen und Kaffee und viele gute Gespräche. Beim folgenden Stadtrundgang galt die Aufmerksamkeit den vielen historischen Gebäuden. Pfarrer Maisenbacher zeigte auch seinen neuen Arbeitsplatz, die Kirche mit den etwas bequemeren Bänken. Anschließend ging es noch 1 km Wegstrecke zum jüdischen Friedhof, Beit Olam oder Haus der Ewigkeit. Die Gestaltung der Grabsteine und die Symbole öffnen den Zugang zu Inhalten jüdischen Glaubens und jüdischer Bräuche. Die Zeit verging viel zu schnell, so musste man von Familie Maisenbacher Abschied nehmen. In Hohenhaslach ließ man sich noch im Blockhaus in geselliger Runde deftige Besengerichte schmecken. Um 19.30 Uhr fuhr die Reisegesellschaft gestärkt der Heimat entgegen. Zum Abschluss gab es noch ein Abendlied.                                                            Inge Hujara