Gottesdienst im Grünen – wo der Wind bläst unter blauem Himmel

 

 

Es ist schon fast Tradition, dass die Kirchengemeinden Arnbach und Niebelsbach am letzten Sonntag der Sommerferien ihren gemeinsamen Gottesdienst im Grünen feiern. Dieses Jahr trafen wir uns wieder gegenüber dem Aussiedlerhof an der alten Straße nach Niebelsbach. Ein herzliches Willkommen galt diesmal auch den Gemeindegliedern aus Ottenhausen. Zusammen mit Gästen weiterer Nachbargemeinden konnte Pfarrer Maisenbacher etwa 150 Kirchenbesucher zum diesjährigen Gottesdienst unter freiem Himmel im Gewann Wagrain in Arnbach begrüßen. Bei strahlendem Sonnenschein und einer beträchtlichen Portion Wärme waren schattige Sitzplätze sehr begehrt, so dass die Aufstellung der ‘Kirchenbänke’ den wenigen schattenspendenden Obstbäumen angepasst werden musste. Ein herzlicher Dank geht an den Neuenbürger Posaunenchor, der den Gottesdienst mit Melodien zum Zuhören und Mitsingen eindrucksvoll begleitet hat.

 

Es war eine ganz besondere Freude, dass wir dieses Jahr Pfarrer Johannes Müller und ehrenamliche Mitarbeiterinnen der TelefonSeelsorge Nordschwarzwald e.V. aus Pforzheim bei unserer Freiluftveranstaltung begrüßen durften und sie weitgehend die Gestaltung des Gottesdienstes übernahmen. Die Telefonseelsorgerinnen berichteten u.a. mit Hilfe eines Fallbeispiels über ihre Erfahrungen und Eindrücke. Obwohl am Telefon versucht wird Lebenshilfe zu vermitteln, ist es nicht selten der Fall, dass Seelsorger und Seelsorgerinnen neue Seiten an sich entdecken und selbst wertvolle Lektionen für ihr eigenes Leben als auch für den Umgang mit Mitmenschen entnehmen können. Einfühlungsvermögen und Toleranz sind Eigenschaften, die bei Telefongesprächen ganz oben stehen, besonders wenn man mit Not, Verzweiflung und Angst aber auch Irritationen und Provokationen konfrontiert wird. In seiner Predigt kommentierte der Leiter der Telefonseelsorge, Pfarrer Johannes Müller, das Gespräch, das Jesus mit dem Pharisäer Nikodemus bei Nacht führte (Johannes 3, 1-8). Viele Telefongespräche finden am Abend und in der Nacht statt – wie auch der Austausch mit Nikodemus. Man befindet sich in einer Situation bei der eigentlich sonst nichts von einem tiefgehenden Gespräch ablenken und man sich auf sein Gegenüber einstellen kann. Auf die Frage wie man ins Reich Gottes gelange (oder wie man neu geboren werden kann), nimmt Jesus uns in seiner wunderbaren Weise an. Wer diese Annahme nicht verweigert, darf sich wirklich wie neu geboren fühlen. Nicht weil unser altes Leben vergessen ist, sondern weil uns jemand nimmt, wie wir sind und uns haben will, wie wir sein können. Wenn wir solch grundlegende Veränderungen wahrnehmen, ist es wie mit dem Wind, man weiß nicht woher er kommt und wohin er geht, trotzdem hinterlässt er seine Wirkung. Genauso hinterlässt der Geist Gottes seine Spuren und das Forschen nach den Gründen bringt keinen Nutzen.

Bereits in vergangenen Jahren wurde für diese wichtige Seelsorgeeinrichtung im Großraum Nordschwarzwald in unseren Gottesdiensten gesammelt, dieses Jahr ist jedoch ein besonderer Anlass das Opfer der TelefonSeelsorge Nordschwarzwald e.V. zukommen zu lassen. Dieses ökumenisch getragene Seelsorgeangebot der christlichen Kirchen unserer Region feiert 2012 sein 40-jähriges Jubiläum. Wer mehr über den ehrenamtlichen Dienst der Telefonseelsorge erfahren möchte, kann dies jederzeit tun (z.B. über diesen Internet Link).