April April !

Impuls am Palmsonntag, den 1. April 2012

 

Das diesjährige Thema am Palmsonntag klang sicherlich nicht nach einem typischen Anliegen eines Gottesdienstes. Nun, der Arnbacher Impuls-Gottesdienst ist wohl auch nicht gerade ein Gottesdienst im konventionellen Sinne. Interessanterweise kann man bereits zu Beginn feststellen, dass sich die Kirchenbänke von vorne füllen im Gegensatz zum traditionellen Sonntagsgottesdienst, wo die vorderen Kirchenbänke wie im Chemie-Unterricht in der Schule leer bleiben.

 

Die Gottesdienstbesucher wurden auch diesen Sonntag wieder mit einem zum Thema passenden Eingangsgeschenk begrüßt. Ob der Inhalt der ausgegebenen Schächtelein auch dem entsprach, was die Verpackung versprach, bleibt dahingestellt. Nicht überall wo Alleskleber draufsteht ist auch Alleskleber drin… Sigrid Becht sei für Ihre Idee und Vorbereitung herzlich gedankt!

Mit “Here is love vast as the ocean” (auf Deutsch ”Hier ist Liebe so enorm wie der Ozean”), einer melodischen, walisisch-englischen Osterhymne, die Anfang des vergangenen Jahrhunderts zur Wiederbelebung des Glaubens in Wales mitbeigetragen hat, eröffnete der Hauskreischor den Impulsgottesdienst.  Angela Richter, die durch den Gottesdienst führte, begrüßte die Zuhörerschaft. Sie musste jedoch gleich mitteilen, dass aufgrund eines Missverständnisses mit der Bestellung das anschließende Mittagessen leider ausfallen müsse. Erfreulicherweise hat sich Pfarrer Maisenbacher sofort bereiterklärt genügend Brot und Butter beizutragen, so dass niemand hungernd nach Hause gehen muss.

Hmmm, im Einklang mit dem Thema des Tages folgte das Anspiel, eine neue Ausgabe der Quizserie “Und die Antwort heißt…” mit Herrn Schlauberger. Die Kandidatin heute – Frau Neunmalklug – hatte fünf Fragen zu beantworten. Von den jeweils drei Antworten wählte die Quizkandidatin diejenigen Antworten, die vom menschlichen Standpunkt her gesehen eigentlich völlig begründet waren. Dass sie trotzdem keine der Fragen richtig beantwortete, lag an den so ungewohnten und total unvermuteten Handlungen und Entscheidungen, mit denen Jesus Christus seine Mitmenschen immer wieder erstaunt und stutzig gemacht hat. Er hat damit neben seinem Menschsein auch sein Gottsein unterstrichen. Wir sind Simone Kessler sehr verbunden, die sich auch diesmal das Anspiel ausgedacht und zusammen mit Pfarrer Maisenbacher ausdrucksvoll in Szene gesetzt hat.

Die Lieder, mit denen sich die Gemeinde – unterstützt vom Hauskreischor – aktiv am Gottesdienst beteiligte, brachten die Einzigartigkeit Jesu aber auch die unterschiedlichen menschlichen Sichtweisen seines Auftretens zum Ausdruck. Vor der Predigt verliessen uns die jüngsten Zuhörer, um am Kindergottesdienst teilzunehmen.

Wir danken Pfarrer Thorsten Trautwein aus Neuenbürg, dass er auch diesmal nicht die Mühen der langen Anreise gescheut hat und unserer Einladung gefolgt ist. Herr Trautwein erinnerte uns in seiner Predigt, dass der 1. April ein Tag ist, an dem ein Scherz oder Spaß oft im Vordergrund steht. Natürlich gab er hier das eine oder andere Beispiel als Kostprobe. Doch nicht nur an diesem Tag wird gerne gelacht – man stellt allerdings schnell fest, dass immer auf Kosten anderer gelacht wird! Obwohl das Neue Testament kein direktes Anzeichen liefert, kann man davon ausgehen, dass auch Jesus herzhaft lachen konnte. So verzeichnet der Evangelist Johannes Jesus erstes Wunder (Wasser in Wein) ausgerechnet auf einem Hochzeitsfest (Johannes 2, 1-10), wo sicherlich die fröhliche Stimmung über Tage hinweg andauerte. Jesus ging es aber nicht um Spaß auf Kosten eines anderen, er lachte nicht über sondern mit dem Brautpaar und seinen Gästen. Der Grund des Lachens und der Freude in der Bibel ist nicht ein Vernügtsein im Sinne von Zerstreuung, Ablenkung oder Zeitvertreib. Für Gott bedeutet Freude und Lachen, die Welt so wahrzunehmen wie sie ist und sich von den Erschütterungen der Wirklichkeit nicht abschrecken zu lassen, sondern auf das Ende zu sehen (Jakobus 1,2). Mit Gott lachen heißt, sich auf ihn zu verlassen, zu wissen, dass er den längeren Atem hat. Sein Angebot der Liebe und persönlichen Freiheit durch Jesus Christus ermöglicht es uns zu “sein wie die Träumenden, dann wird unser Mund voll Lachen und unsere Zunge voll Rühmens sein” (Psalm 126,1). Das sog. Osterlachen hat darin seinen Ursprung, denn Jesus hat durch seine Auferstehung Tod und Teufel besiegt. Es gibt für Christen keinen besseren Grund zur Freude!

Abschließend steuerte auch der Hauskreischor nochmals mit einer modernen Oster-Lobpreishymne aus England unter dem Titel “And once again I look upon the cross where you died” zum melodischen und nachdenklichen Ausklang des Gottesdienstes bei. Selbst die Gemeinde wurde zum Mitsingen angeregt. Nach dem Segenslied und dem Segen war die gesamte Zuhörerschaft zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen. Im Gemeindesaal gab es neben viel Schmackhaftem (allerdings kein Butterbrot – schade!) noch genügend Zeit das Thema des Tages weiter zu diskutieren.

 

Es sei noch angemerkt, dass die Kinder des Kindergottesdienstes unter der Leitung von Yvonne Maisenbacher und Carmen Werner den Kreuzweg Christi mit biblischen Erzählfiguren, sog. Egli-Figuren, aufgebaut und zur Betrachtung auf dem Weg zum Gemeindesaal ausgestellt haben – ein Schmuckstück, das allseits mit Anerkennung honoriert wurde.