Tatort Acker – der Urkrimi der Menschheit

Nicht nur der strahlend blaue Himmel oder die zusätzliche Stunde Schlaf haben am letzten Sonntag im Oktober für eine volle Arnbacher Lutherkirche gesorgt. Dafür verantwortlich war sicherlich auch das herausfordernde Thema als auch die musikalischen Beiträge vom Posaunenchor Neuenbürg und dem Arnbacher Hauskreischor.

 

Zu Gast war Pfarrer Udo Zansinger, Leiter des Friedrich-Hauß-Studienzentrums in Schriesheim – ein theologisches Studienhaus für Studierende an Universität und Pädagogischer Hochschule in Heidelberg – mit einer kleinen Gruppe von Studenten.  Diese hatten ein ausdrucksvolles Anspiel mit erschütterndem Ende vorgetragen, das die abscheulichen Auswirkungen des Mobbing vor Augen brachte.

 

Wie Angela Richter einführend andeutete, fordert die Tatort-Geschichte von Kain und dem Mord an seinem Bruder Abel (1. Mose 4) uns dazu auf, sich nicht nur zurückzulehnen und zuzuhören, sondern sich mit den Folgereaktionen auseinanderzusetzen, in die wir alle verwickelt sind.  Die Frage “Wo ist Abel, dein Bruder?” sollten wir auch heute nicht mit der Gegenfrage “Soll ich meines Bruder’s Hüter sein?” abtun.  Wir sind in die Verantwortung genommen, wenn es darum geht, unseren Nächsten (das mögen u.a. notleidende und schutzbedürftige Kinder, Flüchtlinge oder unsere gebrechlichen Eltern sein) nicht aus unseren Gedanken zu verdrängen. Diese Verantwortung können wir nicht im Ackerboden verscharren. Trotz der Schuld, die wir gewissermaßen wie Kain auf uns laden, indem wir Beziehungen zu Mitmenschen aber insbesondere auch zu Gott selbst zerbrechen, gibt uns Gott immer wieder die Chance, ihm zu begegnen. Aber wie? Jesus Christus hat unsere Schuld auf sich genommen. Sein Blut wurde für uns vergossen, wir brauchen nur an seine Leben-schenkende Rettungstat und Auferstehung zu glauben. Alles weitere wird daraus folgen, er hat es uns versprochen, denn er ist der Gott des Lebens.

 

Zu Gesprächen und Diskussionen lud das an den Gottesdienst anschließende, gemeinsame Mittagessen ein.