Sein Leben ausrichten oder Vollgas geben im Leerlauf?

So hätte man den Inhalt des gut besuchten Impulsgottesdienstes am 2. Sonntag nach Trinitatis beschreiben können. Pfarrer Steffen Kaupp (Foto) vom Evangelischen Jugendwerk in Württemberg referierte zum Thema “Getrieben oder berufen? Die eigene Berufung entdecken!”. Schon beim Anspiel, vorgetragen von Simone Kessler und Team, wurde klar, dass Gemeinde bzw. Gemeindearbeit keine Oase ist. Es gibt so viel zu tun, unaufhörlich. Immer wieder ist Hilfe und Mitarbeit gefragt. Wehe dem, der nicht “Nein” sagen kann!

 

Die Kultur des Addierens ist unübersehbar – auch in der Gemeinde – wir machen immer mehr (weil es sinnvoll ist und weil wir gefragt sind) aber lassen kaum etwas dafür weg. Von Mose lernen wir hingegen, dass es anders ist: Im hohen Alter begann für ihn noch eine neue Lebensphase. Er konzentrierte sich auf die Aufgabe der Befreiung des israelitischen Volkes und lässt z.B. seine Familie dafür zurück. Diese biblische Geschichte zeigt uns zum einen, dass Berufung nicht immer nur etwas daraufsetzt, sondern auch etwas (zurück-)lässt. Zum anderen wird auch klar, dass Gottes Vision nicht unbedingt mit der Perspektive des Volkes übereinstimmt. Oder anders ausgedrückt, was die Institution will, ist nicht unbedingt dasselbe, was Gott von mir persönlich erwartet.

 

Die Bibel macht deutlich, dass die individuelle Berufung mit dem Hören auf das Wort Gottes beginnt, damit wir in neuen Lebensabschnitten nicht auf der Strecke bleiben. Doch, genauso wie man viel Reden kann und dabei wenig aussagt, muss man lernen zu unterscheiden, was wichtig ist und was warten kann. Das ist nicht einfach angesichts der modernen Mediengesellschaft!

 

Als erstes Wort in Bezug auf Berufung steht das “Ja”, die Bejahung, dass Du da bist. Es ist gut, dass Du da bist, denn allein der Glaube genügt. Eine natürliche Stimme nach der Bejahung hilft Dir dann weiter anhand nützlicher Fragen: Was kann ich gut oder was kann ich gut leisten? Es geht darum, Begabungen und Stärken von Menschen zu entdecken und hervorzuheben. Weiter geht es mit: Wo bin ich gefragt? Wo braucht man mich unbedingt? Aber letztendlich ist es genauso wichtig einzusehen: Worauf muss ich jetzt verzichten?

 

Zusammenfassend stellte Pfarrer Kaupp fest, dass wir doch - wie schon der Apostel Paulus - unsere Sache, d.h. unser “Ding” tun sollten. Berufung ist im Grunde Gottes Angelegenheit, was er mit uns vor hat. Unser Glaube wird uns dabei kräftigen. Abschließend trug er ein selbst komponiertes Lied vor, das das Thema Berufung auf den Punkt brachte. Die Gemeinde sang dazu den treffenden Kehrvers “Gib Du meiner Seele ein zuhause und durch Fenster und Türen lass alle Ängste hinaus, halte Deine Hand segnend über mich, bleib bei mir, und stärke mich!” 

 

 

Ein besonderer Dank ging neben den zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeitern auch an Manuel Gaiser, der diesmal auf dem Keyboard, den “hauseigenen” Chor begleitete und auch sonst für die angemessene musikalische Umrahmung sorgte.

 

Eine Tonaufnahme des Gottesdienstes ist vorhanden. Wer sich für den Mitschnitt der Predigt interessiert, möge sich im Pfarramt melden. Wir werden dann versuchen einen Tonträger Ihrer Wahl an Sie weiterzuleiten.