Glaube – ein Geschenk Gottes! Oder: was kostet der Glaube?

 

Ehemaliger Moslem berichtet von der besten Entscheidung, die er in seinem Leben getroffen hat

 

Zum Arnbacher Impuls-Gottesdienst am Palmsonntag wurden die zahlreichen Besucher vom Chor und der “Konfirmierten-Band” (Simon Leitl, Melwin Pape und Benedikt Schwämmle) mit dem Lied “Herr, regiere Du in mir” empfangen. Die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes war eine gelungene Premiere. Eine weitere Premiere bestand darin, dass zum ersten Mal ein ehemaliger Moslem in der Lutherkirche predigte. Das Thema drehte sich um die kostspieligen Folgen, die aus einem Geschenk hervorgehen können. Dies kam bereits beim Anspiel von Simone Kessler und Verena Haug zum Ausdruck, wurde aber noch deutlicher, als man das Leid und die Verfolgung sah, denen viele Christen auf dieser Welt ausgesetzt sind.

Pastor Yassir Eric, der in einem extremistisch, islamischen Land aufgewachsen ist, berichtete in seiner Ansprache von seinem hoffnungsvollen aber auch schmerzlichen Werdegang. Seit seiner Konversion vom Islam zum christlichen Glauben mit 18 Jahren hat ihn seine Familie im Sudan für tot erklärt. Trotz dieses schrecklichen Umstandes, der ihn noch immer sehr bewegt, hat ihm sein Glauben – ein Geschenk Gottes – Halt, Trost und Gewissheit gegeben. Erst viele Jahre später durfte er erfahren, wieso Jesus gerade ihm begegnet ist: Es gab da jemanden, der ständig für ihn gebetet hat. Bei dieser Person handelte es sich um einen Mitschüler, der neben Yassir Eric die Schulbank drückte. Da war jedoch ein groβer Unterschied: der junge Yassir war Moslem und er hasste diesen Mitschüler, nicht nur weil er klüger, sondern weil er Christ war. Wie kann jemand so clever sein und nicht zum Islam gehören? Aus diesem Grund wurde er eines Nachts von Yassir mit seinen Freunden verprügelt und leblos zurückgelassen. Seither war er nicht mehr in der Schule gesehen. Es dauerte 25 Jahre bis er ihn auf einer Pastorenkonferenz in Ägypten wiedertraf. Yassir Eric fand dabei heraus, dass dieser Schulkamerad Yassir’s Name auf die erste Seite seiner Bibel geschrieben hatte, um nicht zu vergessen für ihn zu beten.

 

Neben persönlichen, schicksalshaften Erlebnisberichten kommentierte Pastor Eric als Kenner des Islam auch die aktuelle Lage; so belegte er anhand von Bildern, dass der Arabische Frühling für viele Christen zum Winter wurde: von Marokko bis zum Irak werden sie verfolgt, verschleppt und umgebracht. Trotz Armut und Hunger sehen sie in Jesus die einzige Hoffnung. Obgleich Kirchen zum Teil geschlossen und zerstört wurden, obwohl schwere Nachteile aufgrund des Glaubens an Jesus bestehen, gibt es lebendige christliche Gemeinden, denen die Frage “Wo ist Gott?” nicht einfallen würde. Interessanterweise wird diese Frage dort gestellt, wo man eigentlich alles hat – z.B. hier in Deutschland. Das mag daran liegen, dass es erstmals in der Geschichte Deutschlands seit 68 Jahren keinen Krieg und keine Verfolgung mehr gegeben hat. Das ist für viele zur Selbstverständlichkeit geworden und trotzdem sind viele unzufrieden.

Pastor Eric erinnerte daran, dass Jesus in der Karwoche den schweren Weg nach Jerusalem ging, um verspottet, verhöhnt und angespuckt zu werden und am Ende am Kreuz zu sterben. Er hat diese Entscheidung getroffen, damit wir Freiheit und Zuversicht erlangen können.

 

Wie sieht unser persönlicher Weg nach Jerusalem aus? Im Bewuβtsein dieser Woche sollte am Ende ein Osterfest stehen, das mit Hasen und bemalten Eiern eigentlich gar nichts zu tun hat. Jesus hat nur eine Sache im Sinn, er möchte uns begegnen und unser Leben verändern. Ob beabsichtigt oder ungewollt, wie wir ihn treffen ist Jesus egal. Dennoch, warum besuchen Sie nicht einfach einen Gottesdienst über die Osterzeit?

 

Eine Tonaufnahme des Gottesdienstes ist vorhanden. Wer sich für den Mitschnitt der Predigt interessiert, möge sich im Pfarramt melden. Wir werden dann versuchen einen Tonträger Ihrer Wahl an Sie weiterzuleiten.