Erster gemeinsamer Gottesdienst „im Grünen“ mit Neuenbürg am 29. Juni

 

Wir brauchen dringend Regen – Landwirte im Enzkreis kämpfen mit Trockenheit…“ lautete am Samstag 28. Juni die Schlagzeile im Pforzheimer Kurier. Nun, der Regen kam – was des einen Freud, ist des anderen Leid.

 

Nichtsdestotrotz konnte Dekan Joachim Botzenhardt fast 100 Personen zum gemeinsamen Gottesdienst aus Arnbach und Neuenbürg begrüßen, der kurzerhand vom Spielplatz beim Gymnasium ins trockene Gemeindehaus auf dem Buchberg verlegt wurde. Der Neuenbürger Posaunenchor sorgte wie geplant für die musikalische Umrahmung.

 

Der Dekan ging in seiner Ansprache auf einen Abschnitt des ersten Briefes von Paulus an die Korinther ein (Kapitel 9). Genauso wie eine überschwappende Regentonne vom Gießwasser-Überfluss zeugt, so befand sich der Apostel im sprichwörtlichen Zustand „wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund“. Er musste einfach die so großartige Nachricht von der Freude und der Freiheit weitergeben, die Christen durch das Evangelium gewinnen. Die gute Botschaft von der Freundlichkeit und Liebe Gottes soll die ganze Welt erfahren. Paulus Worte sind auch provozierend: Gott braucht Dich und zwar so wie Du bist! Damit das Evangelium auch kapiert und verständlich wird, identifiziert sich Paulus mit den Mitmenschen („ich bin allen alles geworden“, Vers 22). Denn seit Gott sich in Jesus Christus uns offenbart hat ist klar, was ein Hineinversetzen in den Gegenüber bedeutet. So begegnete Jesus z.B. dem Kranken als Arzt, dem Schriftgelehrten als Rabbi, den Kindern als Vater und dem Einsamen und Verzweifelten als Freund und Tröster.

 

Die Vielgestaltigkeit der Menschen wurde auch im Rahmen eines kurzen Vortrags von Martina Rägle für die anwesenden Kinder verdeutlicht. Sie hatten die Aufgabe bekommen, die Flaggen einiger Nationen der Fußball-WM und eine für diese Länder typische Eigenschaft zuzuordnen. Das Ergebnis wurde auf einem großen Fußballposter festgehalten.

Um diese bunte Vielfalt verstehen zu können, brauchen wir Offenheit gegenüber den Mitmenschen, anderen Kulturen aber auch gegenüber Andersdenkenden. Vertrauen aufzubauen bedeutet auch, dass man einen Kulturschock aushalten kann. Dies beginnt bereits auch in unseren Gemeinden. Die Kirche vereint Menschen mit unterschiedlichsten Interessen und Neigungen, Bildung und Sprache unter einem Dach – ohne den Ruf des Evangeliums würde eine solch kunterbunte Gruppe wohl eher nicht zusammenfinden. Wir müssen weiterhin lernen, Schwellen abzubauen, aufeinander zuzugehen und auf andere „dumme Meedala“ (wie der Schwabe sagt) einzugehen.

 

Trotz Wetterlage und anderen Vereinsangeboten fanden sich noch einige Arnbacher und Neuenbürger zum gemeinsamen Grillen nach dem Gottesdienst. Nächstes Jahr soll ein erneuter Versuch im Freien unternommen werden.