Glauben Christen und Muslime an denselben Gott?

Unter diesem Thema hatte die evangelische Kirchengemeinde Arnbach im Rahmen einer Veranstaltung zur Erwachsenenbildung am vergangenen Freitagabend in den Gemeindesaal eingeladen. Als Referent konnte Pastor Yassir Eric, der Leiter des Europäischen Instituts für Migration, Integration und Islamfragen in Korntal gewonnen werden. Der Saal war neben Zuhörern aus Arnbach auch mit einigen Gästen aus den umliegenden Gemeinden gefüllt.

Wie sich sehr schnell herausstellte, erweckte Pastor Eric mit Lichtbildern, Erfahrungsberichten aus seinem Leben, einem tiefgehenden Wissen über den Islam und nicht zuletzt durch seinen erfrischenden Vortragsstil das Interesse der Anwesenden. Um es gleich vorweg zu nehmen, die thematische Frage des Abends beantwortete Pastor Eric mit einem klaren Nein! Er wuchs als tiefgläubiger Moslem auf (u.a. war er als Teenager in einem islamischen Internat, in dem der Koran gelehrt und auswendig gelernt wird) und hat mit 18 Jahren eine Kehrtwendung erlebt, die ihn zum christlichen Glauben führte.

Um die Verständigung zwischen Christen und Muslimen zu erleichtern, ist es laut Pastor Eric wichtig, die Unterschiede in den Glaubensgrundlagen zu betrachten. Wir müssen also erst unsere „Hausaufgaben machen“ und zunächst den christlichen Glauben besser verstehen, vertiefen und konsequenter danach leben. Im wesentlichen sind es vier Gründe, die den Gott der Bibel von Allah unterscheiden: Für Muslime gibt es (1) keinen Vater, (2) keinen Bund, (3) keine Gnade und (4) keine Beziehung zu Gott. Das Verhältnis zu Gott ist immer einseitig und geprägt von vielen Vorschriften. Alle vier Merkmale beschreiben einen unpersönlichen, unberechenbaren und willkürlichen Gott. Ist es daher nicht sehr bedenklich, sich dem Gott der Muslime zu unterwerfen? Das ist genau die Bedeutung des Wortes „Islam“. Dagegen betrachte man den Gott der Bibel: Er hat sich in Jesus Christus den Menschen persönlich offenbart. Es ist die Erlösungstat am Kreuz, die uns Gottes unendliche Liebe zeigt, uns stärkt und Hoffnung macht – das Kernstück des christlichen Glaubens, das im krassen Gegensatz zum Islam steht. Daran wird Pastor Eric in seiner Ansprache am Palmsonntag anknüpfen.

Es war kaum überraschend, dass die anschließende Fragerunde genauso viel Zeit in Anspruch nahm wie der eigentliche Vortrag. Jede Frage aus dem Publikum wurde ausführlich beantwortet. Selbst nach Abschluss des offiziellen Teiles, d.h. als belegte Brote und Getränke für das leibliche Wohl sorgten, war der Referent gerne in weitere Gespräche vertieft.

 

An dieser Stelle sei auch der “Voice Factory” – der gemischte Chor des Sängerbundes Arnbach – unter der Leitung von Frau Klöttschen-Rau für die musikalische Umrahmung gedankt. Die Lieder waren nicht nur ein besonderer Genuss, sondern die Auswahl passte trefflich zum Abend.

Als Fazit dieser Veranstaltung soll der Kommentar eine Zuhörers dienen: „Es gab eigentlich keine Zeit zum Einschlafen, man hätte ja sonst ‘was Interessantes verpaβt“. Pastor Yassir Eric hat mit seiner ansprechenden und mitreißenden Vortagsweise dazu beigetragen, dass man sich mit diesem aktuellen aber auch delikaten Thema auseinandersetzt und man mehr darüber erfahren möchte. Wir freuten uns besonders, dass wir ihn, wie bereits erwähnt, am Palmsonntag nochmals in Arnbach begrüßen durften. Er gestaltete den Impuls-Gottesdienst (am 24. März um 11 Uhr in der Lutherkirche) maßgeblich mit. Zudem wurden am Abend auch Telefonnummern ausgetauscht, um mit  ihm betreffs weiterer Vorträge in Kontakt zu treten. Man darf sich also auch nach dem Palmsonntag wieder auf ein Wiedersehen mit ihm in der näheren Umgebung freuen (vielleicht sogar in Neuenbürg).