Steht auf für Gerechtigkeit – Weltgebetstag am 2. März 2012

 

Während der Fastenzeit ist ein Gebetstag eigentlich nicht verwunderlich, wenn es sich dabei allerdings um einen Tag handelt, an dem sich Christen in der ganzen Welt zum Gebet versammeln und einen ökumenischen Gottesdienst feiern, dann ist das schon etwas Besonderes! Christliche Frauen haben diesen besonderen Tag, den Weltgebetstag, ins Leben gerufen. Er wird immer am ersten Freitag im März weltweit festlich begangen und zwar nicht nur von Frauen, sondern auch von Männern und Kindern! Jedes Jahr wird der Gottesdienst von Frauen aus einem anderen Land erarbeitet, welcher dann der Fokus weltweiter Gebete wird. 2012 steht im Zeichen von Malaysia. Obwohl die vielen verschiedenen Völker und kulturellen Einflüsse in Malaysia zu einem reichen Erbe von Land und Menschen beigetragen haben, waren diese auch der Anlass für viele Probleme und Herausforderungen. Gerechtigkeit für alle ist daher ein besonderes Anliegen der dortigen Menschen, weshalb der diesjährige Weltgebetstag unter dem Motto “Let Justice Prevail” (Steht auf für Gerechtigkeit) stand.

 

Eine Gruppe von Frauen verschiedener christlicher Konfessionen aus Arnbach und Niebelsbach haben sich auch dieses Jahr wieder die Zeit genommen, diesen besonderen Tag vorzubereiten und eindrucksvoll in Szene zu setzen. Ein spezieller Dank mit Genesungswünschen geht an Yvonne Maisenbacher, die entscheidende Weichen für die Organisation des Tages gestellt hatte, aber aufgrund der Erholung von einer Operation nicht mit dabei sein konnte.

 

Der mit den Farben der Flagge Malaysias dekorierte Gemeindesaal bot Platz für ca. 70 Teilnehmer, gerade ausreichend für die Zahl der Anwesenden, die mit  “Selamat datang!” (Willkommen!) und einem Tee aus Malaysia am Eingang empfangen wurden.

 

Nach der Begrüssung und kurzen Einleitung von Waltraud Roth wurde mit Lichtbildern aus Malaysia (unterlegt mit Texten gelesen von Kerstin Retzlaff und Gudrun Ochner) über dessen Geschichte, ungewöhnliche geographische Lage, einzigartige Tier- und Pflanzenwelt, politische und wirtschaftliche Situation, sowie über die verschiedenen Glaubensrichtungen berichtet. Nur 8% der Einwohner Malaysias sind Christen, wovon Katholiken die grösste Gruppe ausmachen. Auch dieses Jahr stimmten vier Konfirmandinnen mit einem Kurzvortrag, Kerze und Globus auf den Hauptteil des Gottesdienstes ein.

 

Die Liturgie sah es vor, dass alle Anwesenden die Möglichkeit hatten, am Abend aktiv teilzunehmen. So gab es etliche Lesungen und Gebete, d.h. Stimmen für Wahrheit und Gerechtigkeit, die zum Ausdruck brachten, dass Frieden und Harmonie nicht von menschlicher Korruption und Gier untergraben werden dürfen. Gott hat uns dazu auserwählt, dass wir uns gegen jede Form der Ungerechtigkeit aussprechen. Jesus’ Parabel von der Witwe und dem ungerechten Richter (Lukas 18,1-8) bildete ein zentrales Thema des Abends. Der Mut und die Beharrlichkeit der Witwe wurden in einem Anspiel der “GraceBerries” anschaulich in Szene gesetzt. Am Beispiel einer Frau aus Malaysia, erläuterte Sieglinde Locher den dortigen Kampf für Gerechtigkeit. So wurde 1991 die Organisation “Tenaganita” (Frauenkraft) ins Leben gerufen, die über viele Jahre hinweg Gesetzesänderungen erwirkte, um menschenunwürdige Bedingungen abzuschaffen. Zur Zeit hat diese Organisation hauptsächlich dem Menschenhandel den Kampf angesagt.

Birgit Dharsono betonte in Ihrer Ansprache nochmals, dass es wichtig sei, gemeinsam mit der Frauenorganisation “Tenaganita” auf die Missstände in Malaysia aufmerksam zu machen und miteinander für Gerechtigkeit einzutreten. Hierfür wurden die Anwesenden aufgefordert sich an der Unterschriftenaktion für gerechte Arbeitsbedingungen für Hausangestellte in Malaysia zu beteiligen. Ausserdem gab es die Gelegenheit Frauenprojekte in aller Welt durch die Kollekte zu unterstützen. Zusätzlich wurde auch in kleinen Gruppen über Ungerechtigkeit in unserem Land nachgedacht und diskutiert!

 

Die musikalische Umrahmung des Abends bedarf der besonderen Erwähnung.  Das Musikteam brachte eine Reihe von melodischen Liedern zum Vortrag, die nicht nur zum Mitsingen anregten sondern auch inhaltlich diesen Weltgebetstag für die Anwesenenden zum denkwürdigen Ereignis machten. Genauso bunt wie die traditionelle malaysische Kleidung, die von ein paar Frauen des Organisationsteams getragen wurde, war auch die reichliche Auswahl an kulinarischen Genüssen mit Kostproben der Malaysischen Küche, die von den hiesigen Frauen schmackhaft zubereitet wurden.

Wie schon in den Jahren zuvor, gab es vor dem Heimweg dann noch die Möglichkeit, Geschenke oder Spezialitaten vom Fair Trade Stand (Weltladen) zu erwerben.

 

Die wertvolle Stellungnahme einer Teilnehmerin zum gelungenen Abend soll diese Zusammenfassung abrunden: “Es war äusserst interessant über Malaysia zu lernen, über erstaunliche aber auch traurig stimmende Gegebenheiten zu hören und überdies auch traditionelle Speisen aus diesem fernen Land zu probieren. Die Lieder versetzten mich in die Stimmung, dass es eigentlich nicht darauf ankommt wie unterschiedlich unsere Leben zu denen in Malaysia sind. Denn wir teilen dieselbe Liebe für den einen Gott, der uns nie im Stich lässt und für die Seinen sorgt.”